Wann braucht es eine Angemessenheitsprüfung und was ist genau zu prüfen?

Mit dem Finanzdienstleistungsgesetz (FIDLEG) und der Finanzdienstleistungsverordnung (FIDLEV), deren finale Version am 6. November 2019 erwartet wird, werden für die Erbringer von Finanzdienstleistungen verschiedene Verhaltenspflichten statuiert. Während des Gesetzgebungsprozesses haben von den Verhaltenspflichten wohl die Eignungsprüfung und die Angemessenheitsprüfung am meisten Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aus diesem Grund gehen diese FIDLEG SOLUTION – News 10/2019 der Angemessenheitsprüfung nach und klären ab, wann es diese braucht, was darunter zu prüfen ist und was bei einer Verletzung dieser Pflicht droht.

In einem separaten, späteren Artikel gehen wir der Eignungsprüfung nach.



Risk Management und Compliance von Schweizer Vermögensverwaltern nach FINIG

Nach Art. 2 Abs. 1 des neuen Finanzinstitutsgesetzes (FINIG) gelten Vermögensverwalter, welche zur Zeit „nur“ unter das GwG fallen, neu als Finanzinstitute, die gestützt auf Art. 5 Abs. 1 FINIG einer Bewilligung der FINMA bedürfen und gestützt auf Art. 7 Abs. 2 FINIG von einer Aufsichtsorganisation beaufsichtigt werden. Ausserdem haben sie gestützt auf Art. 7 Abs. 1 FINIG auch die allgemeinen Voraussetzungen gemäss 2. Abschnitt des FINIG (d.h. Art. 5 – 16 FINIG) und die für Vermögensverwalter spezifischen Voraussetzungen zu erfüllen (d.h. Art. 17 – 23 FINIG).


Kundensegmentierung nach FIDLEG

Vergleichbar mit MiFID II müssen nach Art. 4 Abs. 1 des neuen Finanzdienstleistungsgesetzes (FIDLEG) sämtliche Finanzdienstleister nach FIDLEG und somit auch die Vermögensverwalter ihre Kunden, für die sie Finanzdienstleistungen erbringen, etwa Anlageberatung oder Vermögensverwaltung, einem der folgenden Segmente zuordnen:

  1. Privatkunden
  2. Professionelle Kunden
  3. Institutionelle Kunden (Untergruppe der professionellen Kunden)

Eine Übersicht für die Zuordnung von Kunden in die verschiedenen Kundensegmente finden Sie in der untenstehenden Tabelle.


Von Vertrieb zum Angebot von kollektiven Kapitalanlagen unter FIDLEG

Das FIDLEG wartet in Bezug auf kollektive Kapitalanagen mit einer Neuerung auf: so wird das bisherige Konzept des Vertriebs von kollektiven Kapitalanlagen durch das Konzept des Angebots ersetzt. Was dieser Wechsel genau bedeutet, wird in dieser FIDLEG SOLUTION News erläutert.

Wichtig ist, dass das Konzept des Angebots nicht nur für kollektive Kapitalanlagen gilt. Vielmehr findet es auf alle Finanzinstrumente Anwendung.


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